Grundlagen

Gesundheit und Krankheit

wird dabei umfassend und ganzheitlich definiert als „ ein Zustand, in dem man sich physisch, geistig und sozial völlig wohl fühlt. Nach dieser Definition ist Gesundheit also weit mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen. (lt. WHO)

Das seelische Empfinden und der Glaube eines jeden Gastes stehen bei uns ebenso im Vordergrund. Das ganzheitliche Wohlgefühl des Gastes versuchen wir wahr- zunehmen und achten ihn als Mensch.

Professionelle Pflege

Hiermit ist allen Mitarbeitern, Pflegefachkräften und auch den Ehrenamtlichen bewusst, dass sie mit schwerstkranken, sterbenden und palliativ kranken Menschen umgehen.

Bei der Auswahl des Pflegepersonals war uns wichtig, dass sie eine dreijährige Berufsausbildung absolviert haben und die Zusatzausbildung Palliativ-Care vorweisen bzw. anstreben. In unserem Team sind alle Mitarbeiter bereits berufserfahren im Palliativ-Care-Bereich.

Weiterhin wichtig ist uns die interne wie externe Fort.- und Weiterbildung, welche zur professionellen und persönlichen Kompetenz beitragen und uns auf den neusten Stand der Palliativ- und Hospiz Pflege bringen. Zudem sehen wir unsere Aufgabe in der Anleitung von Angehörigen und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Die psychische Hygiene aller Mitarbeiter wird unterstütz durch regelmäßige Supervisionen. Durch einen Seelsorger werden wir ebenso begleitet und haben die Möglichkeit auch in einzelnen Gesprächen mit ihm in Kontakt zu treten. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass wir uns alle mit Respekt begegnen und offen miteinander umgehen.

Das Ziel einer pflegerischen, ganzheitlichen Begleitung besteht in unserem Hospiz darin, belastende Symptome zu erkennen und zu behandeln. Der Gast soll mit seinen Bedürfnissen, Wünschen, Ressourcen und Problemen angenommen und unterstützt werden. Durch ziel- und wunschgerecht orientierte Maßnahmen versuchen wir, sein Wohlbefinden und seine Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.

Ethik

Wir bieten unseren Gästen an, durch Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ihren eigenen Willen und ihre eigenen Wünsche zu verfassen und zu dokumentieren.

Der Wille und die Bedürfnisse des einzelnen Menschen stehen im Vordergrund. Die Würde des Menschen in der existentiellen Situation seines Lebens/seines Sterbens sind zu achten und zu schützen.

Wichtig ist, dass der Gast über sein Krankheitsbild und über die Medikation wahrheitsgemäß aufgeklärt ist bzw. wird -darin obliegt dem Arzt eine besondere Verantwortung- und dass alle Pflegefachkräfte den gleichen Informationsstand haben, damit jeder von uns wahrheitsgemäß und authentisch dem Gast gegenübertreten kann.

Das Pflege- und Behandlungsteam führt ethische Fallbesprechungen durch z. B. bei Erstickungs- und Blutungsgefahr, damit wir gemeinsam vorgehen können und mit dem Gast das bestmögliche Ziel für ihn erreichen können. Eine Supervision wird dabei unterstützend sein.

Oberstes Prinzip in der Behandlung muss die individuelle Symptomlinderung zur Erhaltung der subjektiven Lebensqualität unter veränderten Lebensbedingungen sein. Der Gast hat ein Selbstbestimmungsrecht ,- auch um sein Leiden zu erleichtern.

Unsere Haltung beziehungsweise unser berufliches Selbstverständnis gegenüber dem Gast ist liebevoll, wahrhaftig – authentisch, wertschätzend, respektvoll, fürsorglich, vertrauensvoll, einfühlsam und professionell. Dabei darf das eigene „Ich“ nicht vergessen und verloren werden.

Aktive Sterbehilfe lehnen wir ab.

An ihre Stelle treten indirekte Sterbehilfe, z. B. Schmerzlinderung bei evtl. Lebensverkürzung,

Passive Sterbehilfe, das heißt Verzicht oder Abbruch einer Möglichkeit der Lebensverlängerung (z.B. PEG-Sonde, Antibiotikagabe) in Kraft.

Lebensqualität

Diese ist sehr individuell und wird sehr subjektiv empfunden. Das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Gastes stehen im Mittelpunkt unserer Hospizarbeit. Der Gast sollte, soweit wie möglich, autonom und selbstbestimmt bleiben. Der Gast steht mit seiner Einmaligkeit und mit seinem Lebensweg bis zum Tod im Mittelpunkt seines Lebens und unseres beruflichen Lebens. Die Erfüllung von Wünschen und Bedürfnissen im körperlichen, seelischen, emotionalen, kommunikativen, geistigen, religiösen und sozial-kulturellen Bereich tragen zur persönlichen Zufriedenheit bei. Die Pflege und Behandlung unserer Gäste ist auf Lebensqualität zentriert. Unser Pflege und unser Behandlungsauftrag ist die Erleichterung des Weges bis zum Tod durch Linderung der subjektiv empfundenen, belastenden Symptome, um die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

Durch liebevolle, sorgfältige, ganzheitliche und würdevolle Pflege und Begleitung kann er die verbleibenden Tage seines Lebens vielleicht besser annehmen.

Um den letzten Weg des Lebens noch so angenehm wie eben möglich zu gestalten, können wir ihm Aufmerksamkeit, Zeit und Ruhe, Geborgenheit und Nähe, Liebe, Würde, Frieden und mitmenschliche Verbundenheit schenken.

Wir können dem Gast pflegerische und individuelle Anwendungen bzw. Zuwendungen anbieten z.B. durch: beruhigende Einreibungen, Fußbäder, Aromatherapie, Musik, Nähe, Gespräche…

Der Gast kann rund um die Uhr Besuch empfangen, welcher auch bei ihm oder im Besucherzimmer übernachten kann. Tiere sind im Hospiz herzlich willkommen.

Der Gast hat die Gewissheit, dass seine Angehörigen begleitet und betreut werden.